Fair Trade – was bedeutet das für den Verbraucher?

 

Fair TradeFair Trade bedeutet, dass Produzenten, die hauptsächlich in den Entwicklungsländern leben, ein Mindestpreis für ihre Ware geboten wird, der über dem Weltmarktpreis liegt und den Herstellern ein sicheres und faires Einkommen ermöglichen soll. Hintergrund hierfür ist, dass gerade Kleinbauern in den Entwicklungsländern ihre Familie trotz harter Arbeit nicht ernähren konnten.



Grundsätzliches über fairen Handel

Wesentlich bei Fair Trade ist die partnerschaftliche Beziehung zu den Produzenten. Dialog, Transparenz und Respekt sind die Grundpfeiler der Handelsbeziehung. Außerdem sollen gerade benachteiligte Konsumenten eine Chance erhalten, zu fairen Bedingungen am Handel teilzunehmen. Der mit den Produzenten ausgearbeitete Preis ist dabei vom Weltmarktpreis unabhängig und sichert, dass die Herstellungskosten auch tatsächlich gedeckt sind. Außerdem verpflichten sich die Produzenten dazu, ihren Angestellten faire und sichere Arbeitsbedingungen zu bieten. Dies schließt auch das Verbot von Kinder- und Sklavenarbeit und Ausbeutung und die Forderung nach Gleichberechtigung ein. Teilweise ist an die Verträge auch eine ökologische Anbauweise geknüpft, dies ist jedoch keine grundsätzliche Bedingung. Der Großteil der angebotenen Waren umfasst landwirtschaftliche Produkte wie Kaffee, Kakao, Tee und Obst, es kommen jedoch immer mehr Produkte hinzu. Da fair gehandelte Produkte immer populärer werden, gibt es sie nicht mehr nur in speziellen Geschäften wie Dritte-Welt- und Naturkostläden, sondern auch in Supermärkten und dem Gaststättengewerbe.

Erfolge und Kritik

Studien bewerten die Einflüsse des fairen Handels als positiv. Allerdings hängt die Stärke dieses Effekts auch damit zusammen, wie entwickelt die Region ist. Herrschen ohnehin relativ faire Bedingungen, bewirkt fairer Handel bei Weitem nicht mehr so viel wie in stark unterentwickelten Gebieten. Insgesamt wird Fair Trade eine Verbesserung der Armutsbedingungen, des Bildungsgrades und der Lebensbedingungen der Bauern bescheinigt. Von fairem Handel profitieren teilweise sogar Bauern aus dem Einzugsgebiet, die nicht am Fair Trade teilnehmen. Allerdings ist gerade die Preisbildung der meisten Fair-Trade-Produkte nicht transparent. Der höhere Preis kann größtenteils nur zu einem kleinen Prozentsatz auf die erhöhten Rohstoffpreise zurückgeführt werden. Die Organisationen rechtfertigen die Differenz häufig mit Verwaltungskosten. Auch die Rohstoffpreise werden von Kritikern als willkürlich angesehen, da sie sich nicht an der Marktwirtschaft orientieren und ein “fairer” Preis nicht klar definierbar ist. Gleichzeitig verhindere der faire Handel, dass Betriebe modernisiert werden würden, sodass die Abhängigkeit der Bauern faktisch nicht aufgehoben, sondern verstärkt würde. Zusätzlich bestehen Gefahren der Korruption, Ineffizienz und Überproduktion.

Konsequenzen für den Verbraucher

Auch wenn den Konsumenten mit den Fair-Trade-Siegeln suggeriert wird, er würde mit dem Erwerb etwas Gutes für benachteiligte Bauern aus den Entwicklungsländern tun, ist die Sachlage etwas komplizierter. In jedem Fall ist der Kauf von fair gehandelten Produkten jedoch ein Zeichen an die großen Konzerne. Wer mit solchen Siegeln ausgezeichnete Waren erwirbt, zeigt deutlich, dass er bereit ist, mehr für seine Genuss- und Lebensmittel zu bezahlen, solange der Produzent davon profitiert. Doch auch die Lebensbedingungen der Bauern, die mit den Fair-Trade-Organisationen zusammenarbeiten, verbessern sich merklich. Auch fairer Handel kann nur Teil einer differenzierten Entwicklungspolitik sein, leistet jedoch einen großen Beitrag. Wer fair gehandelte Waren kauft, kann sich sicher sein, dass ein gewisses Maß an Fairness gegenüber den Produzenten gewahrt wird.

Bild: suzannmeer – Fotolia

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